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Kurvenlicht des Citroën SM

1970 präsentierte Citroën auf dem Genfer Autosalon eines seiner schönsten Autos, nämlich den SM. Dieses Fahrzeug hatte viele besondere Details. Warum brauchte Citroën dieses Auto? Die Marke wollte zeigen, dass auch Citroën ein schnelles Coupé mit einzigartigem Design bauen kann. Die franzosen wollten ein Coupé, das konkurrenzfähig gegenüber den deutschen und britischen und sogar den amerikanischen Coupés  war. Um dieses schöne Auto zu schaffen, musste die Marke viele kleine Details umsetzen. Einer der vielleicht wichtigsten Schritte in diese Richtung war die Übernahme von Maserati, deren Marke sie dann acht Jahre lang besaßen. Dies war notwendig, da Citroën keinen Sechszylindermotor hatte und zusätzlich zu den selbst entwickelten Vierzylindern eine Sechszylinder benötigte. Nach dem Kauf von Maserati wurde der Ingenieur der italienische Marke, Giulio Alfieri, mit der Entwicklung eines etwa 3,0-Liter-V6-Motors betraut, der ein etwa 1.400 Kilogramm schweres Auto mit einer Fahrgeschwindigkeit von 200 km/h bewegen kann. Der Motor wurde bald fertig, sodass schnell mit der Erprobung des aus DS-Panels gebauten zweitürigen Prototyps begonnen werden konnte. Dieses ganz besondere Fahrzeug wurde nur fünf Jahre lang in kleinen Stückzahlen produziert. Das Fahrzeug war vorne auf jeder Seite mit drei Scheinwerfern ausgestattet. Davon ist der innere Scheinwerfer, ähnlich wie bei den Fahrzeugen der DS-Serie, beim Lenken rotierend, jedoch mit pneumatischer Betätigung ausgelegt. 



Wie viele Scheinwerfer hatte der Citroën SM?

Vielleicht gab es damals Sportwagen, die schneller die 100 km/h Marke erreicht haben, aber schneller als der SM waren sie nicht. Mit dem Citroen SM könnten wir souverän mit einer Geschwindigkeit von 220 km/h fahren. Dazu trug auch bei, dass das Design des Wagens in all seinen Elementen dem Schnellfahren diente, sein aerodynamisches Design so gestaltet war, dass sein Luftwiderstandskoeffizient minimal war. Zu diesem Zweck finden wir an der Vorderseite des SM eine transparente Glasfront. Diese bestand aus drei Teilen. In der Mitte verdeckte sie das Nummernschild, und an den beiden Seiten befanden sich jeweils drei Scheinwerfer. So hatte der SM insgesamt sechs Halogen-Scheinwerfer, was ihm ein futuristisches Aussehen verlieh. Darüber hinaus blieben die Lichtsignaturen beim Überfahren von Straßen-Unebenheiten aufrecht und das innere Paar folgte dem Kurvenverlauf. Da es in der USA nicht erlaubt war, eine Abdeckplatte vor den einzelnen Scheinwerfern zu platzieren, erhielten der auf den neuen Kontinent gelieferten Modelle ein völlig anderes Design. Die Marke baute in diese Citroëns vier runde Scheinwerfer anstelle von sechs quadratischen Lichtsignaturen ein.


Der SM war nicht der erste Citroën, der das Kurvenlicht als Serienausstattung bekam

Im Oktober 1955 präsentierte Citroën mit dem DS 19 das erste Mitglied der DS-Modellfamilie, das ebenfalls viele innovative Lösungen hatte und damit die Produktion dieser Baureihe startete, die ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war. Ab September 1967 stattete die Marke die Modelle DS 19, DS 21 und DS 23 sowie einige Varianten der ID- und D-Serie optional mit Kurvenlicht aus. Wenn wir uns für die Pallas Serienausstattung entschieden haben, dann gehörte das Kurvenlicht zur Serienausstattung.


Wie funktioniert das Kurvenlicht des Citroën SM?

Die Scheinwerfer von SM leuchteten jedoch niemals gleichzeitig. Bei den äußeren zwei rechteckigen Lampen handelte es sich um herkömmliches Abblendlicht, deshalb leuchteten sie bei Nachtfahrten alleine. Die restlichen vier einzelnen Scheinwerfer dienten allesamt dem Fernlicht. Die mittleren waren fest montiert, die inneren schwenkten automatisch in die jeweilige Kurvenrichtung. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Lichtsignaturen unterschiedliche Größen hatten, sodass bei Reparaturen genau darauf geachtet werden muss, welcher Scheinwerfer für welches Licht geeignet war. Das Kurvenlicht wurde mit dem Lenkmechanismus des Fahrzeugs verbunden, der mit dem Drehen des Lenkrads bewegt wurde. Je nach Lenkrichtung zieht die am Lenkarm angeschlossene Stahlstange und Stahlseils, ebenfalls durch Einsetzen eines Pendels, je nach Lenkrichtung entweder nach links oder zum rechten Scheinwerfer. Beim Zurückdrehen des Lenkrades wird dieser Mechanismus aufgehoben und der Scheinwerfer wird durch eine Feder in seine Ausgangsposition zurückgebracht. 


Warum wurde das Kurvenlicht ungefähr 30 Jahre lang nicht in Fahrzeugen eingebaut?

Die Serienproduktion des SM wurde 1975 eingestellt, damit geriet der Einsatz von Kurvenlicht lange Zeit in Vergessenheit. Erst in der ersten Hälfte der 2000er Jahre entdeckten die Automobilhersteller diese Lösung, um den Verkehr sicherer zu machen. Natürlich gehörte Citroën zu den ersten, die die 2004 erschienenen C5 Modelle mit Kurvenlicht umrüsten.


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