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Die halbverdeckte Scheinwerfer von Lamborghini Jarama

Der Lamborghini Jarama füllte die Lücke in der Modellpalette zwischen dem ultra sportlichen Miura und dem Espada, der ein GT-Auto war. Es war auch der erste Lamborghini, der die US-Homologation Anforderungen erfüllte, was der Marke einen potenziell äußerst lukrativen Markt eröffnete.



Der Lamborghini Jarama hatte 4 runde Scheinwerfer

Lamborghini's erstes Modell namens 350 GT debütierte 1964. Dank der Kleinserienproduktion verließen in Sant'Agata Bolognese alle paar Jahre immer neue Schönheiten die Produktionshalle. Jarama kam 1970 auf den Markt, was weder konzeptionell noch technisch etwas Neues brachte, da der 2+2-Sitzer Espada die Grundlagen lieferte und der Entwurf einmal mehr die Arbeit des Bertone-Studios lobte. Die Linien der Jarama wurden in eine konservativere Richtung gelenkt, man wollte die Form der Espada nicht wiederholen. Die eher an einen Sportwagen erinnernde Karosserie und die halbverdeckten Scheinwerfer machten das Modell richtig heiß, das im Vergleich zu seinen Mitbewerbern lange in Produktion blieb. Damals war das Design der horizontalen vier Runden Halogen-Scheinwerfer sehr verbreitet. Es genügt, wenn wir an den Fiat Dino denken. So konnten die Herstellern das Fernlicht neben dem Abblendlicht platzieren. Natürlich bestand der Scheinwerferhaube damals noch aus Glas und auch der Reflektor war aus Metall. Die Scheinwerfer von Lamborghini sowie für mehrere andere italienische Automobilhersteller wurden vom italienischen Unternehmen Carello Lighting geliefert, einem Unternehmen, das über umfangreiches Know-how auf dem Gebiet des Scheinwerferbaus verfügte, da es seit 1912 Lichtsignaturen für Autos herstellte. Das Unternehmen wurde 1988 von Magneti Marelli aufgekauft.  


Die halbverdeckte "Schlafaugen" von Lamborghini Jarama

Zu den besonderen Merkmalen der Jarama gehören die teilverdeckten vorderen Doppelscheinwerfer, die als „Schlafaugen“ bezeichnet werden. Im Ruhezustand ist die obere Hälfte der Scheinwerfer von beweglichen Blechen verdeckt und bei der Aktivierung der Leuchten wegklappen. Dieses Scheinwerferdesign ist deshalb so besonders, weil nicht wie üblich das in Wagenfarbe lackierte Blech nicht nach oben, sondern nach unten kippt. Dieses Design wurde nicht nur beim Lamborghini Jarama auf diese Weise umgesetzt, sondern auch bei den von Gandini gestalteten Sportwagen Alfa Romeo Montreal und Iso Lele


Warum brauchte Lamborghini Jarama diese halbverdeckte Abdeckung?

Der Lamborghini Jarama hatte einen um 27 Zentimeter verkürzten Radstand, als der Vorgänger Modell Espada. Die geringere Länge brachte auch eine Gewichtsreduzierung von 180 Kilo mit sich, sodass Jarama bereits unter 1,5 Tonnen passte. Der Motor hat 12 Zylinder in V-Form, aus dem 3,9-Liter-Hubraum sechs Weber-Vergaser zauberten 354 PS aus. Mit Rücksicht auf die amerikanischen Kunden wurde für das Modell auch ein Dreigang-Automatikgetriebe angeboten, wer aber Gefallen an der Kupplung fand, konnte den Jarama auch mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe wählen. Da Lamborghini dieses Modell vor allem für den amerikanischen Markt vorgesehen hatte, war es wichtig, dass es den Standards für amerikanische Fahrzeuge entspricht. Allerdings erlaubt diese Regelung den Ingenieuren praktisch nur minimale Gestaltungsfreiheit. Zu den Größen- und Formbeschränkungen war die Verwendung transparenter Scheinwerferhaube zum Schutz, zur Gestaltung oder zur Verbesserung der Aerodynamik verboten, allerdings nur für die Zeit, in der die Scheinwerfer in Betrieb waren. Dies bedeutete, dass die Scheinwerfer abgedeckt werden durften, wenn sie ausgeschaltet waren. Der damaligen Zeit überschwemmte der Jarama auch nicht die amerikanische oder die europäischen Straßen, insgesamt wurden in den sechs Produktionsjahren 328 Exemplare der beiden Versionen hergestellt.

 

Haben andere Fahrzeuge eine ähnliche Scheinwerfer-Abdeckung verwendet?

Die allerersten Lichtsignale mit Abdeckung verwendeten keine Blech, sondern dicht gerasterte Kühlergrill, die für ein extremeres Design sorgte. Es erschien erstmals im Buick Riviera von 1965, der mit muschelschalenartigen, rotierenden Kühlergrills funktionierte. Wenn die Scheinwerfer ausgeschaltet waren, verbargen sie sich unter nach oben geklappenden Kühlergrill, die unter der Motorhaube kippte. Eines der weltweit berühmtesten Fahrzeuge mit einer Kühlergrillabdeckung war der Dodge Charger, der von 1966 bis 1970 über horizontal angeordnete 4 Scheinwerfersysteme verfügte, aber die gleiche Lösung wurde unter anderem auch beim gleichen Zeit beim Mercury Cougar und dem Chevrolet Camaro verwendet. Das Kühlergrill-Design war nicht wirklich langlebig, es war nur bis Anfang der Siebziger Jahre ein dominierendes Stilmerkmal. Die am längsten verwendete Version war die Blechverkleidung, die meist im gleichen Farbton lackierte Karosserie-Elemente hatte. Dies verlieh den Fahrzeugen ein einzigartiges Erscheinungsbild, da beim Ausschalten die Position der Lampen mit der Umgebung verschmolz. 


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