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Gelbe Scheinwerfer

Die verbindlichen Vorschriften der Scheinwerfer für alle Fahrzeuge, die in Europa am Straßenverkehr teilnehmen, sind in der geltenden ECE-Norm enthalten. Wir erinnern uns sicherlich noch an die französischen Kinofilme der 60er und 70er Jahre. In Frankreich mussten von 1936 bis 1993 die Lichter aller Fahrzeuge zur Straßenbeleuchtung im gelben Licht leuchten, doch solche Scheinwerfer waren beispielsweise in Japan auch keine Seltenheit. Da es heute noch viele Fahrzeuge auf dem Markt gibt, die mit gelben Scheinwerfern ausgestattet sind, ist die Nutzung dieser Fahrzeuge weiterhin erlaubt. Andererseits müssen laut ECE-Regelung neu zugelassene Fahrzeuge mit weißem Licht ausgestattet sein.









Warum war Gelblicht im Scheinwerfer so weit verbreitet?

Vielleicht liegt die Erklärung darin, dass gelbes Licht viele vorteilhafte Eigenschaften bei schlechten Wetterbedingungen aufweist? Gelbes Licht kann Nebel und Schneeflocken nicht besser durchdringen und wird nicht mehr Licht auf der Straße gestreut, sodass es einen weiteren Grund für ihre Ausbreitung geben muss. Der Grund für diese vorteilhafte Eigenschaft liegt darin, dass das menschliche Auge mit blauem und UV-Licht schlechter zurechtkommt, da es sich aufgrund der Streuung des optischen Systems unserer Augen nicht genau auf der Netzhaut, sondern leicht davor bildet. Auf diese Weise sehen wir kein scharfes Bild, sondern einen verschwommenen Fleck. Daher werden Objekte bei nebligem Wetter unter dem Einfluss von gelbem, im blauen Bereich gefiltertem Licht kontrastreicher und sind somit leichter zu erkennen.


Welche Vorteile hat ein gelber Scheinwerfer?

Die praktische Bedeutung liegt darin, dass die gelbe Scheinwerfer und der darin befindliche Glühfaden als Spektralfilter fungieren und die kurzwelligen Blau- und UV-Anteile absorbieren. In diesem Fall kann das intensive Gelblicht der Scheinwerfer bei Nebel, Regen oder starkem Schneefall an den kleinen Partikeln gestreut und teilweise zum menschlichen Auge zurückreflektiert werden, was zu mäßigen Blendungserscheinungen, und zu angenehmeren Sehbedingungen führt. Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass das Glas gelber Scheinwerfer den Lichtstrom verringert, was in der Folge auch zu einer Reduzierung der Blendungserscheinungen führt. Dies könnte eine Rolle dabei spielen, dass nach subjektiven Angaben von Autofahrern das gelbe Licht hinsichtlich der Blendung vorteilhafter ist.


Welche Nachteile hat ein gelber Scheinwerfer?

Der wohltuende Effekt führt außerdem zu gravierenden Lichtstromverlusten, da etwa 15 Prozent der durch den Filter passierenden Photonen absorbiert werden. Für die Ausleuchtung der Straße steht somit ein reduzierter Lichtstrom zur Verfügung, der bei normalen oder klaren Wetterbedingungen die Erkennung von Fußgängern, Radfahrern oder Tieren in Randbereichen erschwert. Bei den erwähnten schlechten Wetterbedingungen war dieser Verlust aufgrund der Verbesserung des Sehkomforts in bestimmten Ländern jedoch völlig akzeptabel.


Warum hat sich der gelbe Scheinwerfer nicht weiter verbreitet?

Der Grund dafür ist, dass bei Schnee und insbesondere Nebel die Sichtleistung erhöht werden kann, wenn die Lichtquellen näher an der Fahrbahnoberfläche, also tiefer als die Linie der Scheinwerfer, platziert werden. Auf diese Weise kann unabhängig von der Farbe der Lichtquelle die Blendung deutlich reduziert werden. Dafür sind die Nebelscheinwerfer gedacht, deren Farbe daher sowohl nach europäischen als auch nach amerikanischen Vorschriften gelb sein kann.


Wie wurden die gelben Scheinwerfer hergestellt?

Dafür gab es mehrere Methoden. Ursprünglich bestanden der Scheinwerfer aus gelbem Glas. Früher wurde Cadmium zum Färben von Glas verwendet, daher der umgangssprachliche Name Cadmium Gelber Scheinwerfer. Da Cadmium jedoch äußerst gefährlich ist, wurde seine Verwendung verboten. Später tauchten alternative Lösungen auf, beispielsweise eine gelbe Kugel um die Glühbirne herum oder eingebaut in die Lampeneinheit selbst. Moderne Lösungen verwendeten eine dichroitische, sogenannte Interferenzfilter-Beschichtung auf der Linse der Scheinwerferhaube und Zusatzoptiken oder sogar auf der Glühbirne selbst, die als Licht Transmitter im gelben Bereich die gewünschte Leistung erbrachte.


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